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Unterschrift im Lebenslauf: Pflicht oder nicht? So geht's

Adelheid Brockhusen Adelheid Brockhusen · Veröffentlicht am

Du hast den Lebenslauf fertig, und ganz unten ist noch Platz. Soll da eine Unterschrift hin? Gesetzlich verlangt das niemand. Trotzdem ist es bei Bewerbungen in Deutschland üblich, und viele Personaler erwarten es. Hier steht, was wirklich nötig ist, wie die Zeile aussieht und wie du bei einer Bewerbung per E-Mail oder Portal sauber digital unterschreibst.

Muss ich den Lebenslauf unterschreiben?

Eine gesetzliche Pflicht gibt es nicht. Ein Lebenslauf ist keine Erklärung, für die das Gesetz eine Form vorschreibt, und er ist auch kein Vertrag. Die Schriftform nach § 126 BGB, die eine eigenhändige Namensunterschrift verlangt1, betrifft nur bestimmte Rechtsgeschäfte, nicht deine Bewerbung.

Die Unterschrift ist eine Konvention. Die Bundesagentur für Arbeit rät in ihrem Musterlebenslauf ausdrücklich: „Denke im Lebenslauf an deine Unterschrift. Für die Online-Bewerbung scannst du die Unterschrift ein.“2 Mit Ort, Datum und Unterschrift schließt du den Lebenslauf ab und zeigst: Die Angaben stammen von dir, und du stehst dafür gerade.

Merke dir als Faustregel: Wenn du die Wahl hast, unterschreib. Es kostet dich zehn Sekunden, und ein fehlender Abschluss fällt bei einer klassischen Mappe eher auf als eine vorhandene Unterschrift. In reinen Formularen ohne Dateianhang entfällt sie dagegen von selbst.

Wie sieht die Zeile am Ende aus?

Ganz unten, nach der letzten Rubrik (meist Kenntnisse und Interessen), steht eine Zeile mit Ort und Datum links und deiner Unterschrift darunter oder daneben. Der Ort ist der Ort, an dem du den Lebenslauf abschließt, also in der Regel dein Wohnort. Das Datum ist der Tag der Bewerbung. Wie du die Zeile im Detail schreibst, erklärt unser Beitrag Ort, Datum, Unterschrift.

Berlin, 04.10.2026


[Unterschrift]
Max Mustermann

Zwei Dinge sind wichtig. Erstens: Ort und Datum im Lebenslauf sind dieselben wie im Anschreiben. Zweitens: Deine Unterschrift steht über dem getippten Namen, nicht darunter und nicht quer über dem Text. Der Name in Druckschrift ist optional, hilft aber, wenn die Unterschrift sehr stilisiert ist.

Warum die Unterschrift trotzdem sinnvoll ist

  • Sie schließt das Dokument ab. Ohne Schlusszeile wirkt ein Lebenslauf wie ein Entwurf.
  • Sie zeigt Sorgfalt. Personaler sehen täglich viele Mappen, und Kleinigkeiten wie ein sauberer Abschluss bleiben im Gedächtnis.
  • Sie bestätigt die Angaben. Du erklärst damit, dass deine Stationen, Abschlüsse und Kenntnisse stimmen. Falsche Angaben können später ohnehin Folgen haben, die Unterschrift ändert daran nichts.
  • Sie ist erwartbar. Gerade bei Behörden, Banken, Kliniken und im Handwerk wird eine klassische Bewerbungsmappe noch häufig so aufgebaut.

Bei modernen Start-ups oder reinen Online-Portalen sieht man den Abschluss oft nicht mehr. Das ist kein Fehler, solange das Unternehmen keine klassische Mappe will. Im Zweifel ist die Unterschrift die sichere Variante, denn sie schadet nie.

Anschreiben und Lebenslauf: Wo unterschreibe ich?

Das Anschreiben unterschreibst du auf jeden Fall. Die Bundesagentur schreibt dazu: „Bei Bewerbungen per Post, solltest du das ausgedruckte Anschreiben per Hand unterschreiben. Bei E-Mail-Bewerbungen kannst du deine Unterschrift einscannen und als digitales Bild in die Datei einfügen.“3 Dort steht sie unter der Grußformel „Mit freundlichen Grüßen“.

Beim Lebenslauf ist die Unterschrift die zweite Stelle. Hier ein Überblick:

DokumentUnterschrift?Wo?
AnschreibenJa, immerUnter „Mit freundlichen Grüßen“, über dem Namen
LebenslaufJa, üblichGanz unten, mit Ort und Datum
Zeugnisse, ZertifikateNeinSind Kopien, du unterschreibst sie nicht
Deckblatt, Dritte SeiteNeinKeine Unterschrift nötig
Online-Formular im PortalMeist neinKein Feld vorgesehen

Online-Bewerbung und PDF: So unterschreibst du digital

Bewerbungen laufen heute fast immer digital, als eine PDF-Datei per E-Mail oder als Upload im Portal des Unternehmens. Dann hast du drei Wege, die Unterschrift in den Lebenslauf zu bekommen:

  1. Bild einfügen: Du unterschreibst auf weißem Papier, fotografierst die Unterschrift, stellst sie frei und setzt sie als Bild in dein Dokument. Wie das geht, steht in Unterschrift scannen und transparent machen.
  2. In der PDF platzieren: Aus Word exportierst du eine PDF und fügst das Unterschriftsbild dort mit einem PDF-Programm ein. Die Schritte findest du in Unterschrift in PDF einfügen.
  3. Ausdrucken und einscannen: Du druckst die letzte Seite aus, unterschreibst mit Kugelschreiber und scannst sie wieder ein. Das ist der älteste Weg und sieht am echtesten aus, kostet aber Zeit.

Praktisch ist ein transparentes PNG deiner Unterschrift. Es liegt sauber auf dem Text, ohne weißen Kasten, und du verwendest dieselbe Datei für alle Bewerbungen.

Unterschrift sauber digitalisieren

Unterschreib auf weißem Papier, mach ein Foto und lad es hoch. Wir entfernen den Hintergrund, du bekommst ein transparentes PNG für Word, PDF und E-Mail. Kostenlos.

Unterschrift digitalisieren

Beachte dabei: Ein eingefügtes Unterschriftsbild ist keine qualifizierte elektronische Signatur. Für eine Bewerbung muss es das auch nicht sein, es ist eine Geste der Höflichkeit und kein Rechtsakt. Bei einem Arbeitsvertrag, der später folgt, gelten andere Regeln.

Wenn das Portal keine Unterschrift zulässt

Bei Online-Formularen mit Freitextfeldern ist laut Bundesagentur eine digitale Unterschrift „in der Regel nicht möglich, und auch nicht nötig“3. Lädst du dagegen einen Lebenslauf als Datei hoch, darf das unterschriebene Dokument dort ruhig sein. Einige Unternehmen verzichten bei Online-Bewerbungen mittlerweile ganz auf das Anschreiben. Lies deshalb die Stellenanzeige und halte dich an die Vorgaben.

Praxistipp: Datei benennen

Nenn die Datei so, dass der Empfänger sie sofort zuordnen kann, zum Beispiel „Lebenslauf_Mustermann_Max.pdf“. Wenn du Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse zu einer einzigen PDF zusammenfasst, kontrolliere vor dem Versand die Reihenfolge der Seiten und ob die Unterschriften auf den richtigen Seiten stehen. Viele Portale haben ein Größenlimit, meist im einstelligen Megabytebereich. Ein Unterschriftsbild ist klein und fällt dabei nicht ins Gewicht, ein hochauflösendes Foto dagegen sehr.

Größe und Platzierung der Unterschrift

  • Größe: Etwa zwei bis drei Zentimeter hoch und vier bis sechs Zentimeter breit. Sie soll sichtbar sein, aber nicht den Seitenrand erreichen.
  • Abstand: Lass über dem getippten Namen etwa zwei bis drei Leerzeilen Platz, damit sich nichts überlagert.
  • Farbe: Dunkelblau oder Schwarz. Blau wirkt wie echter Kugelschreiber, Schwarz kopiert und druckt sicherer.
  • Ausrichtung: Linksbündig unter Ort und Datum oder rechts darunter. Beides ist üblich, wichtig ist nur, dass du es im Anschreiben genauso machst.
  • Letzte Seite: Die Unterschrift gehört auf dieselbe Seite wie die letzten Einträge. Eine Seite nur mit Unterschrift sieht unfertig aus.

Mini-Beispiel: So sieht der Abschluss aus

Ein kompletter Abschluss eines Lebenslaufs kann so aussehen. Die Rubrik davor ist die letzte inhaltliche Angabe, danach folgt etwas Abstand:

Kenntnisse
Sprachen: Deutsch (Muttersprache), Englisch (verhandlungssicher)
EDV: MS Office, SAP (Grundkenntnisse)


Hamburg, 04.10.2026

[Unterschrift als Bild]
Max Mustermann

Das Muster gilt für den klassischen tabellarischen Lebenslauf. Bei einem Lebenslauf in zwei Spalten steht die Zeile unter beiden Spalten über die volle Breite oder am Ende der linken Spalte.

Typische Fehler

  • Das Datum fehlt oder weicht vom Anschreiben ab. Das wirkt, als hättest du den Lebenslauf wiederverwendet.
  • Das Unterschriftsbild hat einen weißen Kasten oder einen grauen Schatten vom Foto.
  • Die Unterschrift ist ein verpixeltes Bild, das beim Zoomen unscharf wird. Nimm eine Datei mit mindestens 600 Pixeln Breite.
  • Du unterschreibst mit einem Kürzel, im Anschreiben dann mit der vollen Unterschrift. Bleib bei einer Version.
  • Die Unterschrift steht quer über dem Text oder dem Foto.
  • Die Unterschrift fehlt in der PDF, weil du nur die Word-Datei geändert und nicht neu exportiert hast.

Hast du eine Unterschrift, die dir selbst zu krakelig ist? Dann lohnt sich ein kleiner Neustart. Eine ruhige, wiedererkennbare Unterschrift hinterlässt in der Mappe einen besseren Eindruck, und mit etwas Übung wird sie schnell zur Gewohnheit (siehe Unterschrift üben).

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Weiterführend: Wie die Bundesagentur den Lebenslauf insgesamt aufbaut, siehst du im Musterlebenslauf der Bundesagentur für Arbeit.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information zu Bewerbungsgepflogenheiten und keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen

Muss ich meinen Lebenslauf unterschreiben?

Nein, gesetzlich ist das nicht vorgeschrieben. Es ist aber üblich, und die Bundesagentur für Arbeit rät im Musterlebenslauf dazu. Ein unterschriebener Abschluss mit Ort und Datum wirkt vollständig.

Wo steht die Unterschrift im Lebenslauf?

Ganz unten auf der letzten Seite, unter oder neben Ort und Datum. Darunter kann dein Name in Druckschrift stehen.

Kann ich bei einer Online-Bewerbung eine eingescannte Unterschrift verwenden?

Ja. Die Bundesagentur nennt das ausdrücklich: Du kannst die Unterschrift einscannen und als Bild in die Datei einfügen oder die Seite ausdrucken, unterschreiben und wieder einscannen.

Ist eine eingefügte Unterschrift rechtlich gültig?

Für eine Bewerbung braucht es keine rechtliche Wirkung. Ein Unterschriftsbild ist keine qualifizierte elektronische Signatur und ersetzt die Schriftform nicht, wo das Gesetz sie verlangt.

Welches Datum gehört in den Lebenslauf?

Das Datum, an dem du die Bewerbung abschickst. Es sollte mit dem Datum im Anschreiben übereinstimmen.

Quellen

  1. 1§ 126 BGB, Schriftform (gesetze-im-internet.de)
  2. 2Bundesagentur für Arbeit: Musterlebenslauf mit Anleitung (PDF) (arbeitsagentur.de)
  3. 3Bundesagentur für Arbeit: Das perfekte Anschreiben erstellen (arbeitsagentur.de)
Adelheid Brockhusen

Über den Autor

Adelheid Brockhusen

Adelheid Brockhusen schreibt über Handschrift, Unterschriften und die Gewohnheiten dahinter. Für jeden Artikel trägt sie die Zahlen aus Studien, Statistikämtern und anderen Primärquellen zusammen und prüft jede Zahl an der Seite, von der sie stammt.

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