Unterschriftenfälschung: 30 Fakten und Statistiken (2026)
Eine Unterschrift ist schnell nachgemacht. Trotzdem hängt an ihr noch immer viel: Testamente, Verträge, Grundstücke. Gleichzeitig verlagert sich der Betrug weg vom Papier hin zu Karten, Überweisungen und Phishing.
Hier findest du die wichtigsten Zahlen zu Unterschriftenfälschung, Urkundenfälschung und Betrug in Deutschland: aus der Kriminalstatistik, von der Nationalbank, aus Gerichtsfällen und aus der Forschung zu Schriftgutachten. Jede Zahl ist mit einer Quelle belegt.
Betrug und Urkundenfälschung in Deutschland
1. 681.354 Betrugsfälle im Jahr 2025
Die Polizei erfasste 2025 in Deutschland 681.354 Betrugsfälle, 8,4 Prozent weniger als 2024 (743.472).1
2. Knapp ein Drittel weniger Betrug als 2015
Im Jahr 2015 zählte die Kriminalstatistik noch 966.326 Betrugsfälle, 2025 waren es 681.354.2
3. Mehr als jeder zweite Betrug läuft übers Internet
2025 wurden 52,3 Prozent der Betrugsfälle unter Nutzung des Internets begangen, 2024 waren es 55,3 Prozent.3
4. 194.466 Fälle von Warenbetrug
Waren- und Warenkreditbetrug, also bestellt und nicht bezahlt oder bezahlt und nie geliefert, machte 2025 mit 194.466 Fällen einen großen Teil aus, 16,9 Prozent weniger als im Vorjahr.4
5. Urkundenfälschung: 87.969 Fälle
Unter Urkundenfälschung (§§ 267 bis 271 StGB und verwandte Delikte) zählte die Polizei 2025 87.969 Fälle. 2015 waren es 61.955, ein Plus von rund 42 Prozent.5
6. 10.618 Fälle von Datenfälschung
Die Fälschung beweiserheblicher Daten, das digitale Gegenstück zur Urkundenfälschung, wurde 2025 in 10.618 Fällen erfasst.6
Karten, Überweisungen und Schecks
7. 96.383 Fälle mit gestohlenen Zahlungsdaten
Betrug und Computerbetrug mit rechtswidrig erlangten unbaren Zahlungsmitteln stiegen 2025 um 4,8 Prozent auf 96.383 Fälle. 2015 waren es 68.783.7
8. 26.321 Fälle mit Kartendaten
Computerbetrug mit rechtswidrig erlangten Daten von Zahlungskarten nahm 2025 um 11,5 Prozent auf 26.321 Fälle zu.8
9. Gefälschte Karten werden selten
Die Fälschung von Zahlungskarten, Schecks und Wechseln sank von 2.543 Fällen (2023) auf 650 (2024) und 290 (2025). Den Missbrauch von Scheck- und Kreditkarten (§ 266b StGB) erfasste die Polizei 2025 in 847 Fällen.9
10. 72,2 Millionen Euro Lastschriftbetrug
Deutschland meldete 2024 bei Lastschriften den höchsten Betrugswert im Europäischen Wirtschaftsraum: 72,2 Millionen Euro.10
11. Von 75,5 Millionen Schecks auf unter zwei Millionen
Schecks, das klassische Einfallstor für gefälschte Unterschriften, verschwinden: 2007 gab es in Deutschland noch 75,5 Millionen Scheckzahlungen, 2024 unter zwei Millionen.11
12. Nur noch 0,01 Prozent
Gemessen an der Stückzahl liegt der Anteil der Scheckzahlungen am unbaren Zahlungsverkehr nur noch bei 0,01 Prozent.12
13. Ende 2027 ist Schluss
Kreditwirtschaft und Bundesbank stellen das inländische Scheckinkasso zum 31. Dezember 2027 ein.13
14. 4,2 Milliarden Euro Zahlungsbetrug in Europa
Der gesamte Zahlungsbetrug im Europäischen Wirtschaftsraum betrug 2024 laut EBA und EZB 4,2 Milliarden Euro.14
15. 1,3 Milliarden Euro Kartenbetrug
Auf betrügerische Kartenzahlungen entfielen 2024 im EWR 1,3 Milliarden Euro. Die Betrugsrate lag bei 0,033 Prozent des Zahlungswerts.15
Phishing und Cybercrime
16. 333.922 Cybercrime-Fälle
Das Bundeslagebild Cybercrime 2025 zählt 126.034 Fälle mit Tatort im Inland und 207.888 Fälle, die aus dem Ausland verübt wurden, zusammen 333.922.16
17. 382.470 Phishing-Mails
Die Verbraucherzentrale NRW verzeichnete 382.470 Phishing-Mails, rund 10 Prozent weniger als 2024.17
Erkennen Fachleute eine gefälschte Unterschrift?
18. 3,4 Prozent Fehler bei Fachleuten, 19,3 Prozent bei Laien
In einem australischen Test irrten Schriftsachverständige bei 3,4 Prozent ihrer Urteile über echte und nachgeahmte Unterschriften. Die Vergleichsgruppe ohne Fachwissen lag bei 19,3 Prozent.18
19. Fälschung für echt gehalten: 0,49 Prozent
In einer US-Studie hielten Schriftsachverständige 0,49 Prozent der Fälschungen für echt, Laien 6,47 Prozent.19
20. Echte Unterschrift für falsch gehalten: 7,05 Prozent
Umgekehrt erklärten die Fachleute 7,05 Prozent der echten Unterschriften für unecht, Laien 26,1 Prozent.20
21. Fachleute sagen öfter "nicht entscheidbar"
In einer koreanischen Blindstudie mit vier Gutachtern und 20 Laien lagen die Laien deutlich öfter falsch. Die Fachleute wählten dafür häufiger die Antwort "nicht entscheidbar".21
22. Bis zu 90 Prozent der Online-Autogramme gefälscht
Nach Einschätzung langjähriger Sammler und Händler sind mindestens 80 bis 90 Prozent der seltenen Autogramme im Onlinehandel gefälscht.22
23. Über 400 gefälschte Schiller-Handschriften
Im Prozess gegen den Weimarer Fälscher Gerstenbergk lagen 1856 über 400 gefälschte Schiller-Autographen vor.23
Was das Gesetz sagt
24. Bis zu fünf Jahre für Urkundenfälschung
Wer eine unechte Urkunde herstellt, eine echte verfälscht oder eine gefälschte gebraucht, wird nach § 267 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft.24
25. In schweren Fällen bis zu zehn Jahre
In besonders schweren Fällen, etwa bei gewerbsmäßiger Fälschung, liegt die Strafe bei sechs Monaten bis zu zehn Jahren.25
26. Betrug: ebenfalls bis zu fünf Jahre
Wer mit einer gefälschten Unterschrift an Geld kommt, begeht meist zusätzlich Betrug. § 263 StGB sieht dafür Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor.26
27. Testament: eigenhändig geschrieben und unterschrieben
Ein privates Testament muss nach § 2247 BGB eigenhändig geschrieben und unterschrieben sein. Genau darum ist es ein beliebtes Ziel für Fälscher.27
28. Grundbuch nur mit beglaubigter Unterschrift
Für eine Eintragung ins Grundbuch müssen Erklärungen nach § 29 GBO durch öffentliche oder öffentlich beglaubigte Urkunden nachgewiesen werden. Eine einfache Unterschrift reicht nicht.28
29. Schriftform heißt Namensunterschrift
Wo das Gesetz die Schriftform verlangt, muss die Urkunde nach § 126 BGB eigenhändig durch Namensunterschrift unterzeichnet werden.29
30. Digital nur mit qualifizierter Signatur
Die Schriftform lässt sich nach § 126a BGB durch die elektronische Form ersetzen. Dafür braucht es eine qualifizierte elektronische Signatur, eine eingescannte Unterschrift genügt nicht.30
Eine einfache, schnell kopierte Unterschrift macht es Fälschern leicht. Eine eigenständige, flüssig geschriebene Unterschrift ist schwerer nachzuahmen. Probier verschiedene Stile im Unterschrift-Generator aus oder lass dir eine gestalten.
Häufige Fragen
Wie wird Unterschriftenfälschung in Deutschland bestraft?
Als Urkundenfälschung nach § 267 StGB mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, in besonders schweren Fällen mit sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Oft kommt Betrug nach § 263 StGB dazu.
Wie viele Fälle von Urkundenfälschung gibt es?
Die Polizeiliche Kriminalstatistik zählte 2025 in Deutschland 87.969 Fälle von Urkundenfälschung, 2015 waren es 61.955.
Wie gut erkennen Fachleute eine gefälschte Unterschrift?
Deutlich besser als Laien. In Studien lagen Schriftsachverständige bei 3,4 Prozent ihrer Urteile falsch, Laien bei 19,3 Prozent. Fälschungen hielten Fachleute nur in 0,49 Prozent der Fälle für echt.
Ist eine eingescannte Unterschrift rechtsgültig?
Für formfreie Geschäfte oft ja, als Ersatz für die gesetzliche Schriftform aber nicht. Dafür braucht es die eigenhändige Unterschrift oder eine qualifizierte elektronische Signatur.
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Quellen
- 1Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, IMK-Bericht (bka.de)
- 2Bundeskriminalamt, PKS Zeitreihe Fälle 1987 bis 2025 (Tabelle T01) (bka.de)
- 3Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, IMK-Bericht (bka.de)
- 4Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, IMK-Bericht (bka.de)
- 5Bundeskriminalamt, PKS Zeitreihe Fälle 1987 bis 2025 (Tabelle T01) (bka.de)
- 6Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, IMK-Bericht (bka.de)
- 7Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, IMK-Bericht (bka.de)
- 8Bundeskriminalamt, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, IMK-Bericht (bka.de)
- 9Bundeskriminalamt, PKS Zeitreihe Fälle 1987 bis 2025 (Tabelle T01) (bka.de)
- 10Europäische Bankenaufsicht und EZB, Report on Payment Fraud 2025 (eba.europa.eu)
- 11Deutsche Bundesbank, Scheckabwicklungsdienst des EMZ wird zum 31. Dezember 2027 eingestellt (bundesbank.de)
- 12Deutsche Bundesbank, Scheckabwicklungsdienst des EMZ wird zum 31. Dezember 2027 eingestellt (bundesbank.de)
- 13Deutsche Bundesbank, Scheckabwicklungsdienst des EMZ wird zum 31. Dezember 2027 eingestellt (bundesbank.de)
- 14Europäische Bankenaufsicht und EZB, Report on Payment Fraud 2025 (eba.europa.eu)
- 15Europäische Bankenaufsicht und EZB, Report on Payment Fraud 2025 (eba.europa.eu)
- 16Bundeskriminalamt, Bundeslagebild Cybercrime 2025 (bka.de)
- 17Bundeskriminalamt, Bundeslagebild Cybercrime 2025 (bka.de)
- 18Sita, Found und Rogers, Forensic handwriting examiners' expertise for signature comparison, Journal of Forensic Sciences 2002 (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
- 19Kam et al., Signature authentication by forensic document examiners, Journal of Forensic Sciences 2001 (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
- 20Kam et al., Signature authentication by forensic document examiners, Journal of Forensic Sciences 2001 (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
- 21Error rates in forensic handwriting examination of Korean characters, Forensic Science International 2022 (pubmed.ncbi.nlm.nih.gov)
- 22Gourmet Report, 80 bis 90 % der Autogramme auf eBay gefälscht (gourmet-report.de)
- 23autograph-market.com, Vom Autographensammeln (autograph-market.com)
- 24Bundesministerium der Justiz, § 267 StGB (gesetze-im-internet.de)
- 25Bundesministerium der Justiz, § 267 StGB (gesetze-im-internet.de)
- 26Bundesministerium der Justiz, § 263 StGB (gesetze-im-internet.de)
- 27Bundesministerium der Justiz, § 2247 BGB (gesetze-im-internet.de)
- 28Bundesministerium der Justiz, § 29 GBO (gesetze-im-internet.de)
- 29Bundesministerium der Justiz, § 126 BGB (gesetze-im-internet.de)
- 30Bundesministerium der Justiz, § 126a BGB (gesetze-im-internet.de)
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