Unterschrift scannen und transparent machen: 5 Wege im Vergleich

Adelheid Brockhusen Adelheid Brockhusen · Veröffentlicht am

Wer eine Unterschrift unter ein PDF, in einen Brief oder in die E-Mail-Signatur setzen will, braucht sie als Bilddatei, und zwar ohne weißen Kasten drumherum. Der Weg dahin hat zwei Schritte: erst die Unterschrift sauber aufs Foto bekommen, dann den Hintergrund entfernen. Für beides gibt es mehrere Wege. Hier sind die fünf gängigsten, mit ehrlicher Einschätzung, wann sich welcher lohnt.

Schritt 1: Die Unterschrift sauber aufs Bild bekommen

Ein Scanner ist nicht nötig, ein aktuelles Handy reicht. Was das Ergebnis viel stärker beeinflusst als die Kamera, sind Stift, Papier und Licht:

  1. Schwarzer oder dunkelblauer Stift mit kräftiger Linie. Gelstift oder Fineliner ist besser als ein blasser Kuli.
  2. Weißes, unliniertes Papier ohne Wasserzeichen. Karopapier sieht man hinterher.
  3. Mehrmals unterschreiben und die schönste Version nehmen. Die erste ist selten die beste.
  4. Tageslicht von der Seite, nicht von hinten. Dein eigener Schatten und der des Handys sind der häufigste Grund für graue Flecken.
  5. Gerade von oben fotografieren, so nah, dass die Unterschrift den Großteil des Bildes füllt. Kein Blitz, er spiegelt auf glänzender Tinte.

Wenn du doch einen Scanner hast: 300 dpi in Graustufen reichen völlig. Mehr Auflösung macht die Datei größer, aber nicht schöner.

Schritt 2: Den Hintergrund entfernen

Weg 1: Online mit unserem Werkzeug (am schnellsten)

Foto hochladen, der Hintergrund wird automatisch entfernt, Schatten und Papierstruktur gleich mit. Du siehst sofort eine Vorschau und kannst die Tintenfarbe wechseln. Das Ergebnis bekommst du als transparentes PNG, als SVG und als JPG per Mail. Das Originalfoto speichern wir nicht, das freigestellte Ergebnis wird nach 6 Stunden gelöscht.

Unterschrift sauber digitalisieren

Unterschreib auf weißem Papier, mach ein Foto und lad es hoch. Wir entfernen den Hintergrund, du bekommst ein transparentes PNG für Word, PDF und E-Mail. Kostenlos.

Unterschrift digitalisieren

Weg 2: In Word mit „Transparente Farbe bestimmen“

Microsoft beschreibt das Einfügen einer gescannten Unterschrift in Word über Einfügen > Bilder1. Danach kannst du im Register Bildformat unter Farbe die Funktion Transparente Farbe bestimmen wählen und ins Weiß klicken.

Haken: Das klappt nur bei wirklich reinweißem Hintergrund. Ein Handyfoto hat fast immer einen leichten Grauverlauf, dann bleiben Flecken stehen. Außerdem bleibt die Transparenz nur in Word, das Bild selbst wird nicht verändert.

Weg 3: Am Mac mit Vorschau

Vorschau kann eine Unterschrift direkt über die Kamera aufnehmen: „Halte deine Unterschrift (auf weißem Papier) vor die Kamera“2. Die Unterschrift landet dann freigestellt in Vorschau und lässt sich in jedes PDF setzen. Als PNG-Datei für Word oder E-Mail bekommst du sie so aber nicht. Dafür öffnest du das Foto in Vorschau und nimmst das Werkzeug Sofort-Alpha in der Markierungsleiste: ins Weiß klicken, ziehen, bis der Hintergrund markiert ist, löschen, als PNG sichern.

Weg 4: Mit GIMP (kostenlos, mehr Handarbeit)

In GIMP öffnest du das Foto, korrigierst unter Farben > Kurven den Kontrast, bis das Papier weiß ist, und wählst dann Farben > Farbe zu Transparenz mit Weiß. Exportieren als PNG. Das Ergebnis ist gut, kostet beim ersten Mal aber eine Viertelstunde.

Weg 5: Mit Adobe Express oder anderen Online-Freistellern

Adobe selbst empfiehlt den Weg über Adobe Express: Foto hochladen, „Hintergrund entfernen“, als PNG speichern3. Allgemeine Freisteller sind auf Personen und Produkte trainiert, nicht auf dünne Tintenlinien. Bei feinen Unterschriften schneiden sie gern einzelne Striche ab.

Welcher Weg passt zu dir?

WegAufwandErgebnisGut für
Unser Werkzeug1 MinutePNG, SVG, JPGalles
Word2 Minutennur in Word transparenteinmaliger Brief
Mac Vorschau2 bis 5 Minutenin Vorschau gespeichert, PNG per HandPDFs am Mac
GIMP10 bis 15 MinutenPNGLeute, die GIMP schon kennen
Allgemeine Freisteller1 MinutePNG, oft mit Lückenkräftige Unterschriften

Ist eine eingefügte Unterschrift rechtsgültig?

Kommt darauf an, welche Form das Gesetz verlangt. Die allermeisten Verträge und Erklärungen sind formfrei, dort zählt, dass du zustimmst, nicht wie. Für einige Fälle schreibt das Gesetz aber eine bestimmte Form vor:

  • Schriftform: Die Urkunde muss vom Aussteller „eigenhändig durch Namensunterschrift“ unterzeichnet werden4. Ein eingefügtes Bild ist nicht eigenhändig.
  • Elektronische Form: Sie ersetzt die Schriftform nur mit einer qualifizierten elektronischen Signatur (QES)5. Dafür brauchst du ein qualifiziertes Zertifikat eines Vertrauensdiensteanbieters, ein Bild reicht nicht.
  • Textform: Hier genügt eine lesbare Erklärung auf einem dauerhaften Datenträger, in der du als Person genannt bist6. E-Mail und PDF reichen, mit oder ohne Unterschriftsbild.

Die Bundesnetzagentur unterscheidet drei Stufen der elektronischen Signatur: einfach, fortgeschritten und qualifiziert. Nur die qualifizierte „erfüllt die Schriftform und ist somit der händischen Unterschrift … gleichgestellt“7. Ein eingefügtes Unterschriftsbild ist eine einfache elektronische Signatur. Das gilt für jede digitalisierte Unterschrift, egal wie sauber sie freigestellt ist, auch für die aus unserem Werkzeug.

Wichtig: Eine digitalisierte Unterschrift ist keine qualifizierte elektronische Signatur. Typische Fälle mit Schriftform sind die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses, die Bürgschaftserklärung einer Privatperson und die Kündigung eines Wohnungsmietvertrags. Im Zweifel frag die Stelle, an die das Dokument geht. Dieser Artikel ist keine Rechtsberatung.

Und wenn dir die Unterschrift selbst nicht gefällt?

Freistellen macht eine Unterschrift sauber, nicht schöner. Wenn du ohnehin überlegst, deine Unterschrift zu überarbeiten, kannst du dir auf der Startseite kostenlos Entwürfe in verschiedenen Stilen ansehen oder eine Profi-Unterschrift entwerfen lassen.

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Häufige Fragen

Welches Dateiformat ist für eine digitale Unterschrift am besten?

PNG mit transparentem Hintergrund. Es funktioniert in Word, in PDF-Programmen und in den meisten E-Mail-Programmen. SVG ist für Grafikprogramme und Webseiten praktisch, weil es sich verlustfrei vergrößern lässt. JPG kann keine Transparenz und hat immer einen weißen Kasten.

Kann ich meine Unterschrift ohne Scanner digitalisieren?

Ja. Ein Foto mit dem Handy reicht, wenn du bei Tageslicht von oben fotografierst und einen dunklen Stift auf weißem Papier benutzt.

Warum hat meine Unterschrift graue Flecken im Hintergrund?

Meist sind es Schatten oder ein leichter Farbverlauf im Foto. Werkzeuge, die nur reines Weiß entfernen, lassen diese Flecken stehen. Besseres Licht hilft, oder ein Werkzeug, das auf Unterschriften ausgelegt ist.

Wird mein Foto gespeichert?

In unserem Werkzeug nicht. Das Originalfoto wird nur im Arbeitsspeicher verarbeitet, das freigestellte Ergebnis nach 6 Stunden gelöscht.

Ist eine eingescannte Unterschrift rechtsgültig?

Für formfreie Erklärungen und alles in Textform ja, als einfache elektronische Signatur. Wo das Gesetz Schriftform verlangt, etwa bei der Kündigung eines Arbeitsvertrags, reicht sie nicht. Dort brauchst du eine Unterschrift mit Kuli auf Papier oder eine qualifizierte elektronische Signatur.

Quellen

  1. 1Microsoft: Einfügen einer Signatur in ein Word-Dokument (support.microsoft.com)
  2. 2Apple: PDFs in der Vorschau auf dem Mac ausfüllen und signieren (support.apple.com)
  3. 3Adobe: Unterschrift digitalisieren (adobe.com)
  4. 4§ 126 BGB, Schriftform (gesetze-im-internet.de)
  5. 5§ 126a BGB, Elektronische Form (gesetze-im-internet.de)
  6. 6§ 126b BGB, Textform (gesetze-im-internet.de)
  7. 7Bundesnetzagentur: Häufige Fragen zu elektronischen Vertrauensdiensten (elektronische-vertrauensdienste.de)
Adelheid Brockhusen

Über den Autor

Adelheid Brockhusen

Adelheid Brockhusen schreibt über Handschrift, Unterschriften und die Gewohnheiten dahinter. Für jeden Artikel trägt sie die Zahlen aus Studien, Statistikämtern und anderen Primärquellen zusammen und prüft jede Zahl an der Seite, von der sie stammt.

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